white|russians
|
|
Requiem for a Dream (USA, 2000)
OT: Requiem for a Dream
Regie: Darren Aronofsky
Hauptdarsteller:
Ellen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Connelly, Marlon Wayans
FSK 16, 102 Minuten
|
"Requiem for a Dream" ist kein leichtverdaulicher Film. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man nach diesem Film höchstwahrscheinlich alles andere als glücklich ist. Das liegt aber keinesfalls daran, dass der Film schlecht ist...ganz im Gegenteil.
Der Film handelt von vier Personen, die mit Drogen in Kontakt kommen. Da wäre Sara Goldfarb (Ellen Burstyn), eine einsame und fernsehsüchtige Witwe und ihr Sohn Harry Goldfarb (Jared Leto), dessen Freundin Marion (Jennifer Connelly) und dessen Kumpel Tyrone (Marlon Wayans). Nachdem Sara eine Einladung in eine TV-Show erhält, nimmt sie Pillen, um Gewicht zu verlieren und um in ihr rotes Kleid zu passen. Derweil nehmen Harry und seine Freunde Heroin und Kokain. Die Geschichte spitzt sich immer weiter zu und der Zuschauer nimmt an der Hoffnungslosigkeit, dieser Situation zu entfliehen, teil.
Die Geschichte des Films ist sehr mitreißend. Selbst wenn einem nie in den Sinn kommt, Drogen zu nehmen, empfindet man Mitgefühl für die Charaktere. Ihr Verhalten ist in keinster Weise gerechtfertigt, aber man sieht einfach, wie krank die vier Hauptpersonen sind. Genau ab der Hälfte des Films, wird die Handlung zur absoluten Höllenfahrt und man fragt sich, ob das alles noch gut ausgehen kann. Die Antwort ist einfach und bitter: Es gibt kein Happy End. Der Film hinterlässt einen so bitteren Nachgeschmack, den man nicht so schnell vergisst.
"Requiem for a Dream" benutzt sehr schnelle Schnitte. Drogenmissbrauch wird in zusammengeschnittenen Fetzen gezeigt, es gibt Zeitraffung und Zeitdehnung. Alles gipfelt im furiosen Finale, wo alle vier Schicksale gleichzeitig ein filmisches Ende finden, indem die sich die einzelnen Geschichten so rasant abwechseln, dass man schnell den Überblick verliert. Der Film ist in drei Jahreszeiten aufgeteilt: Sommer, Herbst und Winter. Frühling, ein Symbol für Hoffnung und Neuanfang sucht man vergeblich.
Nicht nur die Bilder bleiben im Gedächtnis. Auch die Musikuntermalung überzeugt voll und ganz. Stücke wie "Summer Overture", "Winter Overture" oder "Lux Aeterna" vom Kronos Quartet bleiben so sehr haften wie der sich bewegende Kühlschrank.
Bei solch einer Geschichte wird den Schauspielern einiges abverlangt. Sie müssen die Gefühle der Charaktere realistisch darstellen, sonst nützt die beste Story nichts. Hervorzuheben ist hier Ellen Burstyn. Sie spielt den Verfall Sara Goldfarbs sehr glaubwürdig und wurde deshalb nicht umsonst für den Oscar nominiert. Auch die restlichen drei Hauptdarsteller spielen ihre Charaktere sehr gut, vor allem Jennifer Connelly in der Rolle der Marion Silver.
"Requiem for a Dream" bietet trotz der Traurigkeit der Geschichte für jeden etwas. Man sollte sich allerdings Zeit dazu nehmen. Teile des Films sind kaum zu ertragen. (t)
Bilder sind Eigentum und ©,®,™ des jeweiligen Studios.
|
|